mentoring³ – Frauen in der Wissenschaft gezielt fördern

Zwei Frauen an einem Whiteboard
pixabay, CC0

mentoring³ ist ein Mentoring-Programm zur wissenschaftlichen Karriereentwicklung für Habilitandinnen, Postdoktorandinnen und Doktorandinnen aller Fächer. Die Mentoringgruppen sind fach-und zielgruppenspezifisch zusammengestellt. In den Fächergruppen Geistes-, Bildungs-, Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaften sowie Naturwissenschaften und Ingenieurwissenschaften werden die fachkulturellen Bedingungen der Wissenschaftskarriere berücksichtigt.

Was bietet mentoring³?

Im Zentrum des Programms steht der Austausch mit dem/der Mentor*in: In persönlichen Gesprächen beraten die Mentor*innen die Teilnehmerinnen bei der Karriereplanung und vermitteln ihr Wissen über Strukturen und Spielregeln im Wissenschaftsbetrieb. Das Mentoring wird durch ein Seminarprogramm sowie Netzwerkveranstaltungen ergänzt.

Wer kann teilnehmen?

Im jährlichen Wechsel startet im Oktober eine Programmlinie für Postdoktorandinnen/Habilitandinnen und für Doktorandinnen der Ruhr-Universität Bochum, TU Dortmund und Universität Duisburg-Essen. Der Bewerbungsschluss für die Teilnahme an dem Programm ist jeweils der 15. Juli jeden Jahres. Jede Programmlinie hat eine Laufzeit von zwei Jahren.

Die Veranstaltungen des mentoring³-Programms sind in der Regel in deutscher Sprache. Die one-to-one Mentoring-Gespräche können bei Bedarf in Englisch stattfinden.

Termine und Programm

Die nächste Programmlinie für Doktorandinnen startet im Herbst 2018 (Bewerbungsschluss: 15.07.2018).

Die nächste Programmlinie für Postdoktorandinnen/Habilitandinnen startet im Oktober 2019 (Bewerbungsschluss: 15.07.2019).

mentoring³ setzt sich zusammen aus den Bausteinen:

  • Mentoring
  • Seminare
  • Networking
  • Rahmenprogramm.

Das Seminarprogramm sowie Netzwerkveranstaltungen finden je nach Fächergruppe an der Ruhr-Universität Bochum, der TU Dortmund oder der Universität Duisburg-Essen statt.

Mentoring

Im mentoring³-Programm wird ein One-to-One Mentoring angeboten. Hierbei handelt es sich um die klassische Form des Mentoring, bei der die persönliche Beziehung zwischen Mentee und Mentor*in im Mittelpunkt steht. Der/die Mentor*in begleitet die Mentee bei ihrer Karriereplanung und unterstützt die Entwicklung ihrer Potenziale und Kompetenzen. Sie/er vermittelt der Mentee wichtiges Erfahrungswissen über Strukturen und Prozesse im Wissenschaftsbetrieb und fördert die Erweiterung ihres Kontaktnetzes.

Seminare

Das Seminarprogramm orientiert sich an überfachlichen Kompetenzen, die sowohl auf die jeweilige Fachkultur als auch auf übergreifende Kompetenzen in der Wissenschaft bezogen sind.

Beispiele sind:

  • Potenzialanalyse und Karriereplanung
  • Führungsanforderungen
  • Drittmittelakquise und internationale Forschungsförderung
  • Bewerbungs- und Berufungstraining
  • Team- und Konfliktmanagement

Networking

Netzwerk- und Kaminabende mit Expert*innen zu relevanten Themen der Wissenschaftskarriere

Rahmenprogramm

Ein Einführungsworkshop zur Vorbereitung auf das Mentoring, eine Zwischenbilanz und ein Abschlussworkshop bilden den Rahmen im mentoring³-Programm.

 
Anmeldung
Was Mentoring leisten kann

Mentoring stärkt Potenziale und Kompetenzen von Nachwuchswissenschaftler*innen und forciert die aktive Planung der wissenschaftlichen Laufbahn. Mentoring fokussiert den informellen Erfahrungs- und Wissenstransfer und die individuelle Förderung der Teilnehmer*innen durch erfahrene Professor*innen sowie Mentor*innen, die eine Habilitation abgeschlossen haben. Es wird als Ergänzung der wissenschaftlichen und fachlichen Betreuung verstanden. Für die Nachwuchsförderung werden damit Wissensressourcen erschlossen und systematisch genutzt, die über formale Aus- und Weiterbildungsmethoden kaum erschließbar sind.

Grundbaustein dieser Strategie ist der Aufbau einer zeitlich begrenzten Prozessbegleitung (ca. 2 Jahre), in der sowohl Fachqualifikationen als auch disziplinübergreifendes Wissen (Schlüsselkompetenzen) generiert werden. Der besondere Anreiz dieses Instruments der Personalentwicklung liegt in der einzigartigen Beziehung zwischen Mentor*in und Mentee, in der Gestaltungsfreiheit dieser Beziehung, die im Dialog der Beteiligten ausgehandelt und durch Einbindung in professionelle Fortbildungsmaßnahmen begleitend unterstützt wird. Durch wechselseitigen Austausch und Perspektivwechsel profitieren die Partner*innen gegenseitig. Sie lernen in einem reziproken Prozess voneinander und bringen ihr neu erworbenes Wissen in ihre Aufgabenfelder ein. Als "Lernende Organisation" profitiert die Universität ihrerseits durch die hieraus entstehenden Synergieeffekte.

Das Mentoring wird eingerahmt von Veranstaltungen sowie von einem professionellen Workshop- und Trainingsprogramm zu zentralen Karrierethemen. Zusätzliche Netzwerktreffen geben Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch und zur Intensivierung der neuen Kontakte. Mentoring ist eine zeitlich begrenzte Beziehung zwischen einer erfahrenen Führungskraft und einer Nachwuchskraft.

Unter dem Begriff ‚Mentoring' werden in Deutschland seit Ende der 1990er Jahre Programme zur Nachwuchsförderung in Politik, Öffentlicher Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft geführt. Mentoring wird in der Universität als Instrument zur wissenschaftlichen Personalentwicklung, zur Begleitung und Unterstützung des beruflichen Weges von jungen Potenzialträger*innen – den Mentees – eingesetzt.

Ziele von mentoring³

mentoring³ ermöglicht Postdoktorandinnen/Habilitandinnen und Doktorandinnen durch den Kontakt zu Professor*innen und Wissenschaftler*innen sowie Führungskräften aus außeruniversitärer Forschung und Entwicklung die Konturierung ihres Berufsprofils "Wissenschaftlerin". Die Teilnahme an einem Mentoring-Programm und den damit verbundenen Veranstaltungen motiviert die Teilnehmerinnen, sich mit den Ansprüchen und Herausforderungen einer Wissenschaftskarriere auseinanderzusetzen. Darüber hinaus bietet mentoring³ Austauschmöglichkeiten und den Erwerb von Schlüsselkompetenzen, die für den Wissenschaftsbetrieb relevant sind.

mentoring³ verfolgt unter Berücksichtigung der jeweiligen Fachkulturen und der damit verbundenen Aufstiegswege zusammenfassend nachstehende Zielsetzungen für Mentees:

  • Weitergabe von Handlungswissen über Strukturen, Prozesse und Spielregeln im Wissenschaftsbetrieb
  • Erwerb von Schlüsselkompetenzen und Führungsstrategien im inner- und außeruniversitären Wissenschaftssystem
  • Erweiterung der Kenntnisse über Hochschulpolitik und Drittmittelakquise in der Forschungsförderung
  • Stärkung der Motivation für eine wissenschaftliche Laufbahn sowie Unterstützung der damit verbundenen Karriereplanung
  • Aufbau eines Wissenschaftlerinnennetzwerks; Vernetzung der Mentees mit der Scientific Community

Für Mentor*innen bietet die Teilnahme an mentoring³:

  • Reflexion des eigenen Karrierewegs
  • Neue Impulse, Perspektiven und Feedback hinsichtlich der Umsetzung eigener Führungsaufgaben
  • Ausbau der Beratungskompetenz
  • Freude an der individuellen Nachwuchsförderung sowie am Wissens- und Erfahrungstransfer
  • Erweiterung des persönlichen Kontaktnetzwerkes
Literatur zum Thema Mentoring

Haghanipour, Bahar (2013): Mentoring als gendergerechte Personalentwicklung – Wirksamkeit und Grenzen eines Programms in den Ingenieurwissenschaften, Springer VS, Wiesbaden.

Kaiser-Belz, Manuela (2008): Mentoring im Spannungsfeld von Personalentwicklung und Frauenförderung. Eine gleichstellungspolitische Maßnahme im Kontext beruflicher Felder. 1. Aufl. VS, Verl. für Sozialwissenschaften, Wiesbaden.

Kram, Kathy E. (1985): Mentoring at Work. Developmental Relationships in Organizational Life. Glenview, Ill., Scott Foresman and Co. (Organizational behavior and psychology series).

Kurmeyer, Christine (2012): Mentoring: Weibliche Professionalität im Aufbruch. VS, Verl. für Sozialwissenschaften, Wiesbaden.

Löther, Andrea (Hrsg.) (2003): Mentoring-Programme für Frauen in der Wissenschaft. CEWS-Beiträge Frauen in Wissenschaft und Forschung; Nr. 1. Bielefeld.

Nienhaus, Doris; Pannatier, Gaël; Töngi, Claudia (Hrsg.) (2005): Akademische Seilschaften. Mentoring für Frauen im Spannungsfeld von individueller Förderung und Strukturveränderung (Taschenbuch). Wettingen/CH.

Petersen, Renate/Kujawski, Anke/Rudack, Helga (2017): Cross-Mentoring in der Wissenschaft. Das Beispiel mentoring³ der Universitätsallianz Ruhr. In: Domsch, Michel/Ladwig, Desiré: Praxishandbuch Cross-Mentoring. Springer VS, Berlin, S. 475–497.

Petersen, Renate/Budde, Mechthild/Brocke, Pia/Doebert, Gitta/Rudack, Helga/Wolf, Henrike (2017): Praxishandbuch Mentoring in der Wissenschaft. Springer VS, Wiesbaden.

Petersen, Renate (2017): Vision trifft Realität. Mentoring und die fünf Disziplinen der Lernenden Organisation. In: Petersen, Renate/Budde, Mechthild/Brocke, Pia/Doebert, Gitta/Rudack, Helga/Wolf, Henrike: Praxishandbuch Mentoring in der Wissenschaft. Springer VS, Wiesbaden.

Petersen, Renate; Rudack, Helga (2011): Heute Doktorandin - (über-)morgen Professorin! – Karriereentwicklung in der Universitätsallianz Metropole Ruhr – mentoring³. In: Senger, Ulrike: Von der Doktorandenausbildung zur Personalentwicklung junger Forschender: Innovative Konzepte an deutschen Universitäten. W. Bertelsmann-Verlag, Bielefeld, S. 150–156.

Rudack, Helga/Schmohr, Martina (2017): Vom Inseldasein in die Strukturen der Universität. Mentoring als Maßnahme zur Chancengleichheit in der akademischen Personalentwicklung. In: Petersen, Renate/Budde, Mechthild/Brocke, Pia/Doebert, Gitta/Rudack, Helga/Wolf, Henrike: Praxishandbuch Mentoring in der Wissenschaft. Springer VS, Wiesbaden.

Schell-Kiehl, Ines (2007): Mentoring: Lernen aus Erfahrung? Biographisches Lernen im Kontext gesellschaftlicher Transformationsprozesse. Bielefeld.

Kontakt

Die Fächergruppen werden an unterschiedlichen Standorten koordiniert:

  • Interessierte Postdoktorandinnen/Habilitandinnen und Doktorand*innen der Naturwissenschaften aller beteiligten Hochschulen werden von der Koordinierungsstelle in Bochum betreut.

  • Interessierte Postdoktorandinnen/Habilitandinnen und Doktorand*innen der Ingenieurwissenschaften aller beteiligten Hochschulen werden von der Koordinierungsstelle in Dortmund betreut.

  • Interessierte Postdoktorandinnen/Habilitandinnen und Doktorand*innen der Geistes-, Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaften aller beteiligten Hochschulen werden von der Koordinierungsstelle in Duisburg-Essen betreut.

Die jeweils zuständige Koordinierungsstelle erteilt Informationen über Teilnahmemodalitäten, führt die Aufnahmegespräche für die Fächergruppe durch und organisiert die Seminare für den jeweiligen Schwerpunktbereich.

Bei Fragen kontaktieren Sie bitte die Ansprechpartnerin, die für Ihre Fächergruppe zuständig ist:

Helga Rudack
Ansprechpartnerin für die Fächergruppe Naturwissenschaften
Ruhr-Universität Bochum
Dezernat 6 – Organisations- und Personalentwicklung
UV 2/228
Universitätsstr. 150
44780 Bochum
Tel.: +49 (0) 234 32-23726
mentoring3@rub.de
 
Anke Kujawski
Ansprechpartnerin für die Fächergruppe Ingenieurwissenschaften
TU Dortmund
Stabsstelle Chancengleichheit, Familie und Vielfalt
G1 / Raum E 18
Emil-Figge-Str. 66
44227 Dortmund
Tel.: +49 (0)231 755-6058
mentoring-hoch3@tu-dortmund.de
 
Dr. Renate Petersen
Ansprechpartnerin für die Fächergruppen Geistes-, Bildungs-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften
Universität Duisburg-Essen
Graduate Center Plus
SK 305
Keetmannstr. 3-9
47058 Duisburg
Tel.: +49 (0) 203 379-7008
mentoring-hoch3@uni-duisburg-essen.de
Downloads und Archiv